Patellaluxation beim Kind und Jugendlichen

  Häufig ist der Beginn dieser Erkrankung mit chronischen Schmerzen, Unsicherheitsgefühl, Subluxation oder Schwächung der Quadrizepsmuskulatur. Äußerst selten ist die direkte, traumatische Kniescheibenverrenkung durch direkten Druck der Innenseite auf die Kniescheibe, z.B. Sturz mit dem Fahrrad, direkter Zweikampf beim Fußballspielen, kommt es zu einer Verrenkung der Kniescheibe nach außen, dies führt zu einer Zerreißung der Bandstrukturen. Wesentlich häufiger ist die indirekte Kniescheibenverrenkung, dies geschieht meistens bei der Innenrotation des Oberschenkels mit der sogenannten Valgusstellung (X-Stellung) im Kniegelenk bei fixierten, meist außenrotierten Unterschenkel. Aus gleichzeitiger Beugestellung wird der Streckmuskel am Oberschenkel maximal angespannt und eine Streckung im Kniegelenk eingeleitet. Dies führt zu erhöhten nach außen gerichteten Kräften und schlussendlich zur Verschiebung der Kniescheibe nach außen. Dies bezeichnet man als sogenanntes Valgisation, Flexion und Außenrotationstrauma.

Diagnostik:
Häufig bildet sich ein Erguss im Knie mit Druckschmerzen entlang der Innenseite der Kniescheibe. Im Röntgen werden bei etwa 20% kleine Knochenfragmente an der Innenseite der Kniescheibe zu erkennen sein und in den sogenannten axialen Aufnahmen sieht man eine Verschiebung der Kniescheibe nach außen im Vergleich zur Gegenseite. Das MRT ist äußerst spezifisch bei dieser Verletzung, es lassen sich sowohl Zerreißungen der medialen Patella und Femoralen Bänder erkennen, sowie auch Verletzungen des medialen Muskelapparates. Zur Diagnosestellung hat die Arthroskopie heute keine Bedeutung mehr, da sowohl die Diagnose als auch die prädisponierenden Faktoren können auch nichtinvasiv erfasst und dokumentiert werden.

Da es sich bei Verrenkung der Kniescheibe im Kinder und Jugendalter meist um indirekte Formen handelt, kommt den prädisponierenden Faktoren große Bedeutung zu. Dies sind: Hochstehende Kniescheibe, Verkürzung der äußeren Retinaculum Bänder, eine sogenannte Dysplasie des äußeren Rollhöckers, eine Bandlaxizität, eine vermehrte Innenrotationsstellung des gesamten Beines und ein Knicksenkfuß.

Therapie:
Die Therapie unterscheidet sich wesentlich von der Therapie bei Erwachsenen durch das weitere Wachstum, sowie die offenen Wachstumsfugen. Es ist daher wesentlich, eventuell prädisponierende Faktoren zu erkennen und diese zu behandeln.

1., Konservative Therapie: Ziel ist eine Ausheilung bei korrekter Stabilität der Kniescheibe, dies kann mittels kniescheibenstabilisierenden Bandagen oder mittels Tapeverbänden erfolgen. Anfangs muss die Behandlung mit physiotherapeutischer Rehabilitation kombiniert werden. Jedoch wird es bei 50% der Patienten zu anhaltenden Problemen kommen.

2., Operative Therapie: Eine Versetzung der Tuberositas nach innen, beinhaltet die Gefahr einer Überbelastung des inneren Oberschenkel,-Kniescheibengelenkes. Ebenfalls kann bei dieser Patientengruppe ein Anheben des äußeren Oberschenkelkondyls, wegen der Verletzung der Wachstumsfuge, noch nicht durchgeführt werden. Es besteht lediglich die Möglichkeiten der Weiteilrekonstruktion, sprich Nahtrefixation der mediaslen Patellafemoralbänder. In der Folge ist eine Teilbelastung mit Krücken für 4 Wochen durchzuführen und vollfunktionelle physikalische Nachbehandlung.
  


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